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Viel Spass auf meiner persönlichen Homepage. Ich bin ein Information Architect aus der Schweiz und nebenbei auch noch am Gleitschirmfliegen, Mountainbiken ... und noch vieles mehr.

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G-Force Training bis 7G

Kopie meines Berichtes zum G-Force Training mit dem Vol Liber Grischun:

An zwei Abenden Ende März waren acht Mitglieder unseres Clubs bei Walo und Chrigel beim G-Force Training in Malans. Ähnlich wie beim Astronauten- und Kampfpilotentraining wird man dabei in einer Art Zentrifuge im Kreis geschleudert. Beim G-Force Training für Gleitschirmpiloten jedoch im eigenen Gurtzeug. Nun sind wir Gleitschirmpiloten mit eher gemütlichen Fluggeräten unterwegs und die grösste Belastung erleben wir normalerweise mit 4G bei der Steilspirale, ausser natürlich man ist Acro Pilot, da kann es auch mal bis 6.5G hoch gehen. Da stellt sich wohl so Mancher die Frage was der Sinn hinter dieser Übung ist und manch einer war wohl in erster Linie wegen dem Erlebniss hier, man kann ja mit der Anlage bis 7G simulieren, und weniger weil er dachte es würde einen echten Nutzen bringen ... aber ich denke am Ende haben alle etwas Nützliches erlernt und erfahren. Und wer weiss, mit der aktuell sehr schnell voranschreitenden Gleitschirmentwicklung werden wohl bald nicht mehr nur Wettkampfpiloten mit höheren G-Kräften umzugehen haben, die ja jetzt schon die Kräfte in der Spirale mit einem Anti-G genannten Bremschirm zu verringern versuchen.

Los giengs also am ersten Tag mit dem gewöhnen an G-Belastungen bis 4G, dem Erlernen der richtigen Atemtechnik und dem Anspannen der Muskulatur damit das Aushalten von noch höheren Belastungen am zweiten Tag überhaubt erst möglich wird, und der Simulation eines Notschirmwurfes bei 4G. Wie vor allem Gieri feststellen durfte war dieses Notschirmwerfen bei 4G alles andere als einfach. Nicht nur der vierfach schwerere Notschirm wurde zum Hinderniss, sondern auch der um das gleiche Verhältniss schwerere Arm machte die Sache nicht ganz einfach. Zum Abschluss des ersten Tages mussten wir uns dann noch gegenseitig beweisen wie lange wir in der simulierten Steilspirale bleiben können, mit knapp über zwei Minuten hats uns Sam dann allen gezeigt.

Am zweiten Tag wollten wirs dann alle wissen und haben uns in 0.5G Schritten bis an die 7G herangekämft. Die Meisten haben sich dabei beim zuschauen auf den Bildschirm mit dem Live-Feed beschränkt, nicht nur damit sie die "geschmolzenen" Gesichter und das kurze Wegtreten ihrer Flugkollegen aus der Nähe beobachten konnten, sonder auch weil einem das ansehen der mit fast 60 Umdrehungen pro Minute drehenden Maschine mehr Übelkeit bereiten konnte als das eigentliche herumgeschleudert werden. Am Schluss habens dann auch wirlich alle bis an die 7G heran geschafft, wenn auch oft nur kurz und mit kleinen Nebeneffekten wie etwa einem Tunnelblick, Verlust der Farben, Verpixelung, Blackout oder gar dem "kurzen Schwerwerden des Kopfes" auch G-Lock genannt. Und es hat sich auch deutlich gezeigt, dass das Training einem wirklich hilft die hohen G-Kräfte auszuhalten. Die richtige Atemtechnik hilft enorm und man lernt auch, wie sich ein Blackout ankündigt und wie man ihn verhindern kann.

Mir persönlich hat das Training auf jeden Fall sehr viel gebracht. Nachdem ich letztes Jahr ein Tunnelblick Erlebniss hatte beim spiralen meines Freestyle Schirms, hat mich dieses Training darin gestärkt, dass mit der richtigen Technik die Kräfte auch an einem schlechten Tag in jeder Spirale beherschbar sind und dass man nach dem Bemerken der verschiedenen Zeichen genug Zeit hat zu reagieren. Das Training ist also auf jeden Fall sehr empfehlenswert! Bei 7G haben sich bei mir kurz die Farben verabschiedet, nach dem verstärken der Pressatmung war die Farbe aber dann sofort wieder zurück und erst nach 18 Sekunden, Rekord an diesem Abend, musste ich dann aufgeben.

Hier das Video dazu: http://vimeo.com/39579006

Weitere Infos zum G-Force Trainer: www.fliehchraft.ch

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